jugend creativ begeht 50-jähriges Jubiläum

Internationaler Jugendwettbewerb

Glück ist...?

"Jeder empfindet Glück auf eine andere Weise."

Elisabeth-Langgässer-Gymnasium in Alzey

„Der glücklichste Tag meines Lebens“

Elisabeth-Langgässer-Gymnasium in Alzey

Schüler des ELG Alzey arbeiten mit künstlerischem Knowhow und Leidenschaft an Wettbewerbsbeiträgen

 

Der Wettbewerb „jugend creativ“ der Volksbanken und Raiffeisenbanken feiert in diesem Jahr seine 50. Geburtstag. Fünf Jahrzehnte, in denen sich tausende von Schülern mit den verschiedensten gesellschaftlichen Themen auseinandergesetzt und diese dann in Kunstwerken und Filmen gebannt haben. Im Rahmen einer kleinen Serie haben wir einige der Schulen besucht, die im Jubiläumsjahr am Wettbewerb teilnehmen, und haben das Gespräch mit den Nachwuchskünstlern gesucht, die begeistert von ihren Ideen zum Thema Glück aber auch von den Techniken, die sie bei der Gestaltung ihrer Bilder genutzt haben, berichteten.

Es ist früh am Morgen und die Schulglocke im Elisabeth-Langgässer-Gymnasium in Alzey schrillt. Die Flure und das Treppenhaus sind von hunderten von Schülern bevölkert, die gut gelaunt zum Unterricht streben. Für die Klasse 5e steht „Besuch des Wochenblatts“ auf dem Stundenplan. Zusammen mit Jasmin Fiebig, die den Wettbewerb für die Volksbank Alzey-Worms organisiert, und Fotograf Rudolf Uhrig betreten wir also das Klassenzimmer, wo uns Lehrerin Janina Gauer begrüßt und den Schülern kurz erklärt, wer denn da heute noch mit im Schulsaal ist. Erwartungsvolle Stille macht sich breit und dann sprudeln Lehrerin und Schüler los:

Janina Gauer war es wichtig, die Teilnahme am Wettbewerb mit dem Unterrichtsstoff im Fach Bildende Kunst zu verknüpfen. Schatten, Perspektive und Kontraste sind grundlegend für die Gestaltung von Bildern. „Hell-Dunkel-Kontraste bringen Bilder zum Leuchten“, weiß die Kunstlehrerin. Dass die Schüler hier gut aufgepasst haben, sieht man direkt, betrachtet man die fertigen Werke. Auf diesen haben die Kids ihre persönliche Vorstellung von Glück festgehalten. Betrachtet man diese fällt einem schnell auf, dass Glück in dieser Altersklasse wohl etwas mit Haustieren zu tun hat. Emmas Hund, Mias Hase oder auch Lias Pferd stehen hierfür exemplarisch. „Als ich mein Pferd bekommen habe, war das der glücklichste Moment meines Lebens“, erzählt Lia, deren zweitglücklichster Moment war, als ihr Pferd ein Fohlen geboren hat. Großes Glück mit einem Wermutstropfen empfindet Nele, die ihren inzwischen verstorbenen Hausen gemalt hat. „Als ich den bekommen habe, war das mein großer Glücksmoment“, erinnert sie sich rückblickend. Neben diesen tierischen Freuden bedeutet Glück für so manchen Schüler Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Die Spanne reicht hier von der Erinnerung ans ersten Fußballspiel mit dem Bruder, das Emil farbenfroh auf den Zeichenblock gebannt hat, über Janas Urlaubsreise ans Meer mit seinen vielen Blautönen und ganz viel Familienzeit, bis hin zu Adrians Familienbild im „Selfie-Stil“, das fröhlich lachende Gesichter zeigt. „Meine Familie bedeutet für mich Glück, weil ich sie lieb hab“, erklärt Adrian mit bestechender Logik. Und wer sich wie Nora nicht für einen einzelnen Moment des Glücks entscheiden kann, dem sei ihre clevere Lösung ans Herz gelegt: Sie hat ihr Bild „zerstückelt“, damit Platz war für alleine mit Mama spielen, Musikhören, Lesen, keine Hausaufgaben machen müssen und einfach mal tun dürfen, worauf man Lust hat.

Fazit: Tiere scheinen der beste Freund des Menschen zu sein, doch auch die Familie sorgt zumindest in der Klasse 5e im ELG in Alzey für Glücksmomente.

Rabanus-Maurus-Gymnasium Mainz

Glasflaschen-Figuren als Filmstars

Rabanus Maurus Gymnasium

Das Rabanus Maurus Gymnasium in Mainz begeisterte 2019 die Jury / 24 Preise abgeräumt

 

Kreativität und künstlerische Entwicklung fördern – Das haben sich die Volksbanken und Raiffeisenbanken bereits vor 50 Jahren auf die Fahnen geschrieben und den Kinder- und Jugendwettbewerb „jugend creativ“ aus der Taufe gehoben. Insbesondere die jährlich wechselnde thematische Ausrichtung des Wettbewerbs sorgt dafür, dass sich die Nachwuchskünstlerinnen und -künstler Jahr für Jahr mit unterschiedlichen gesellschaftlich relevanten Themen auseinandersetzen. Im Rahmen einer kleinen Serie haben wir einige der teilnehmenden Schulen besucht und sind mit den Nachwuchskünstlern ins Gespräch gekommen

Im vergangenen Jahr nahm erstmals das Rabanus Maurus Gymnasiums im Mainz bei „jugend creativ“ teil. „Und das direkt mit großem Erfolg. 24 Schüler haben es geschafft, die Jury mit ihren Kunstwerken und Filmen zu überzeugen“, erzählt Jasmin Fiebig, die den Wettbewerb für die Volksbank Alzey-Worms koordiniert. „Der Gewinn hat mir gezeigt, dass mein Bild auch in den Augen andere schön ist“, erzählt Deborah und Emilia erinnert sich: „Gewinnen war schön und die Ehrung im Tiergarten in Worms hat mich glücklich gemacht.“ Klar, dass wir auch bei dieser Schule vorbeigeschaut und das Gespräch mit Schülern verschiedener Klassen gesucht haben. Die Kunstlehrerinnen Martina Kaul und Jana Wagner freuen sich, dass die Schüler mit so viel Begeisterung dabei sind.

Emma und Henriette haben zum Thema „Glück ist...“ einen Film gedreht und hierfür die Tablets der Schule genutzt. Die Stars in ihrem „Movie“ sind Figuren aus kleinen Glasflaschen, mit denen Gesundheit als großes Glück visualisiert wird. Natürlich haben sich aber auch viele Schüler für die traditionelle Teilnahme mit einem Bild entschieden. So hat Sarah sich und ihre Freundin verewigt. Zeit mit ihr bedeutet für sie Glück und fühlt sich an, als wenn ganz viele Schmetterlinge im Bauch herumflattern. Damit man die auf ihrem Bild auch sieht, haben beide ein „Loch“ im Bauch aus dem ganz viele bunter Falter herausfliegen. Das größte Glück von Isabella ist es mit ihrer kleinen Schwester zusammen zu sein. Diesen Glücksmoment hat sie aus ihrer und der Perspektive ihrer Schwester auf Papier gebannt. „Ich liebe es, mich in andere hineinzuversetzen“, verrät die Schülerin.

Insbesondere hat den Kids gefallen, dass sie das Thema, nach der gemeinsamen Erarbeitung des Glücksbegriffs, ganz frei, ohne Vorgabe  umsetzen durften. „Da konnte man zeichnen, was man wollte und seiner Kreativität freien Lauf lassen“, zeigt sich Lina begeistert und findet das Glücksthema einfach toll. Jan hat sich dazu entschieden, seine Vorstellung von Glück als Kollage aufzuarbeiten, da ihm das besser liege als Zeichnen. „Man konnte einfach die Sache machen, die man schön findet. Man war gar nicht eingegrenzt“, ergänzt Deborah. Doch wo Begeisterung herrscht, gibt es natürlich auch kritische Stimmen. „Eine klare Vorgabe, was ich malen soll, finde ich besser. Ich bin nicht so kreativ“, erzählt Philipp. Daher ist ihm das Glücksthema nicht gerade leicht gefallen. Er hat mehrfach Bilder angefangen, um sie dann zu verwerfen bis er ein auch ihn selbst überzeugendes Ergebnis hatte.

Fazit: Der Weg zum Glück ist nicht für jeden gleich und bisweilen auch nicht leicht zurückzulegen. Doch scheint allein die Beschäftigung mit dem Thema schon für so manchen Glücksmoment zu sorgen.

Rudi-Stephan-Gymnasium Worms

Über 20 Jahre als Juror dabei

Rudi-Stephan-Gymnasium Worms

Lehrer Reinhard Tiemann ist einer der erfahrensten Juroren im Wettbewerb „jugend creativ“

 

Der Internationale Jugendwettbewerb „jugend creativ“ der Volksbanken und Raiffeisenbanken feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Fünf Jahrzehnte, in denen Kinder und Jugendliche ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnten und durch jährlich wechselnde thematische Ausrichtungen ihr Interesse für gesellschaftliche Themen geweckt wurde. Im Rahmen einer kleinen Serie haben wir einige der teilnehmenden Schulen besucht und sind mit Schulleitern, Lehrern und natürlich den Nachwuchskünstlern ins Gespräch gekommen.

Kunstlehrer Reinhard Tiemann gehört schon seit über 20 Jahren zum Juroren-Team des Wettbewerbs. Er hat also schon so manches Thema mitgemacht, hat schon tausende von Bildern und etliche Filme gesichtet und mit seinen Jury-Kollegen bewertet. Fast kann man ihn als Urgestein bezeichnen, der natürlich auch die Entwicklung des Wettbewerbs in über zwei Jahrzehnten mitgemacht hat. „Meinen Einstieg hatte ich als junger Lehrer“, erinnert er sich mit einem Schmunzeln. Man sieht ihm während des Gesprächs an, dass wohl vor seinem inneren Auge so manches Kunstwerk und auch so manche Begebenheit Revue passiert. Die Teilnahme der Schüler erfolgte in dieser Zeit immer quer durch alle Klassenstufen. In diesem Jahr sei die Teilnehmerzahl leider nicht so groß, da die Schüler sehr im Klausurenstress in der entscheidenden Zeitspanne gewesen seien.

Gemeinsam mit Jasmin Fiebig, die den Wettbewerb für die Volksbank Alzey-Worms koordiniert, erinnert er sich auch gerne an die Siegerehrungen zurück. Besonders präsent geblieben ist ihm hier die Feier als in und rund um die Hauptstelle in Worms ein ganzer Jahrmarkt mit Spiel und Spaß aufgebaut worden ist. „Das war bevor wir mit dem Event in den Tiergarten umgezogen sind“, stellt Fiebig fest. „Die Siegerehrungen sind natürlich auch heute noch ein echter Höhepunkt“, findet der Kunstlehrer und auch der persönliche Kontakt zu den anderen Lehrern aus der Jury und natürlich zu Jasmin Fiebig ist für ihn wertvoll. „Es ist nicht einfach nur ein Wettbewerb“, stellt Tiemann fest.

Mit dem diesjährigen Thema „Glück ist...“ ist der Lehrer nicht ganz so glücklich. Der Glücksbegriff ist für ihn in unserer Gesellschaft sehr inflationär gebraucht und von der Werbung komplett vereinnahmt. „Durch diesen kommerzialisierten Begriff des Glücks ist die künstlerische Freiheit schon eingeschränkt“, findet er und konnte auch sehen, dass sich die Schülerinnen und Schüler recht schwer damit getan haben.

Während in der Orientierungsstufe traditionell viel gemalt wird, sind es in den höheren Jahrgängen Fotografie und Film, die präferiert werden. Gerne an der Kamera zum Thema „Glück ist...“ ausgetobt hätte sich auch die 11.-Klässlerin Helena Holl. Doch dann kam das Leben dazwischen... Mangelnde Zeit bedeutete dann leider das Aus für ihr Projekt, dass sie im Kopf schon ziemlich detailliert ausgearbeitet hatte. Für sie ist Glück nämlich gleich Hobbys. Da eines dieser Hobbys das Fotografieren ist, hätte sie natürlich die Fotografie als künstlerische Projektionsfläche gewählt und eine Kollage mit Fotos all ihrer Freizeitbeschäftigungen von Klettern bis Turnen erstellt. „Glück setzt sich für mich aus verschiedenen Erfahrungen zusammen“, erläutert Helena, die zuletzt in der 8. Klasse am Wettbewerb teilgenommen und beim Thema „Freundschaft“ den vierten Platz erreicht hat.

Fazit: „Glück ist...“ es, wenn man seine künstlerischen Projekte realisieren kann und einem das Leben beziehungsweise der Schulalltag keinen Strich durch die Rechnung macht.

Carl Küstner Grund-Schule in Guntersblum

Traum-Tore, beste Freunde und Spaß auf Skiern

Carl Küstner Grund-Schule in Guntersblum

Die Minis der Carl-Küstner-Grundschule malen ihre individuellen Momente des Glücks.

Der internationale Jugendwettbewerb „jugend creativ“ der Volksbanken und Raiffeisenbanken feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Fünf Jahrzehnte, in denen Kinder und Jugendliche ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnten und durch jährlich wechselnde thematische Ausrichtungen ihr Interesse für gesellschaftliche Themen geweckt wurde. Im Rahmen einer kleinen Serie haben wir einige der teilnehmenden Schulen besucht und sind mit Schulleitern, Lehrern und natürlich den Nachwuchskünstlern ins Gespräch gekommen.

„Die Teilnahme am Wettbewerb, zu dem wir immer eine nette Einladung von Jasmin Fiebig von der Volksbank Alzey-Worms erhalten, ist an unserer Schule inzwischen ein Ritual“, verrät Anja Belan, Schulleiterin der Carl-Küstner-Grundschule in Guntersblum. „Die Lehrer fragen schon immer nach, wann der Wettbewerb wieder läuft und welches Thema es gibt“, führt sie weiter aus. Denn gerade die offenen Themen, die es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen, sind es, die in Guntersblum ganz klar für eine jährliche Teilnahme aller Klassen sprechen. Hier macht auch das Thema 2020 „Glück ist...“ keine Ausnahme und so machten sich die Grundschüler nach der inhaltlichen Aufarbeitung mit ihren Lehrern daran, ihre individuelle Vorstellung vom Glück zu Papier zu bringen. Gerne unterstützt die Schule dies, indem sie für den Wettbewerb besondere Materialien vom speziellen Papier bis zu hochwertigen Farben zur Verfügung stellt. Vielleicht eine Ursache dafür, dass in den vergangenen Jahren schon so mancher Preis im Wettbewerb errungen werden konnte.

Der Besuch in der Klasse 2a machte schnell klar: Glück ist auch für die Knirpse etwas ganz Individuelles. Viel Arbeit haben die Schülerinnen und Schüler von Lehrerin Stefanie Reuter-Schwamb in ihre Bilder investiert, um „ihr persönliches Glück“ auf Papier zu bannen und ganz unbefangen, erzählen sie davon. „Ich bin glücklich, wenn ich Tore schließe“, verkündet Finnley, denn das mache ihm einfach Spaß. Dies kann man super auf seinem Fußballbild ablesen, denn auf selbigem schießt er nicht nur den Ball ins Tor, sondern hat auch ein breites Lachen im Gesicht. „Wir waren im Ski-Urlaub und es gab ganz viel Schnee. Wir konnten erst gar nicht Skifahren. Es war Glück, dass wir dann doch noch fahren konnten“, berichtet Julian sein Bild betrachtend, auf dem er im grünen Ski-Outfit auf der Piste zu sehen ist. Ähnliches Glück auf Skiern verspürte Thees, der das erste Mal auf solchen unterwegs war. „Meine Skier sind rot und die Stöcke auch“, zeigt er auf seinem Bild mit Schneetreiben. Während die beiden ihre Urlaubserlebnisse als pures Glück betrachten, definiert der kleine Yousef sein Glück anders. „Wenn ich mit Papa mehr unternehme, ist das Glück“, verrät er. Dabei ist es ihm ganz egal, ob er mit seinem Vater Fußball oder Schach spielt – es kommt ihm einfach auf die gemeinsame Zeit an. Gemeinsame Zeit gehört auch bei Emina und Razan zu ihrem festgehaltenen Glücksmoment. Mit ihrer jeweiligen Freundin zu spielen macht sie glücklich. Dass Emina ihre Freundin sehr mag, kann man übrigens gut auf ihrem Bild erkennen. Ihre Freundin liebt Blumen und daher hat sie natürlich auch einen Blumenpulli an, wie auf Nachfrage zu erfahren war.

Fazit aus unserem Besuch in Guntersblum: Glück wird so verschieden wahrgenommen wie es eben auch die einzelnen Schüler sind.

Hinweis

Die Fotos entstanden vor dem Corona Lockdown.