Erfolgreiche Arbeit für die „Erhaltung von Schlagkraft, Gesundheit und Stärke“

Vertreterversammlung vernimmt positive Botschaften ihrer Bank / Gut gerüstet für alle Herausforderungen / Künftig „Gruppenbild mit Dame“

„Wenn alle so wirtschaften würden wie die Genossenschaftsbanken, dann wäre die Finanzkrise überhaupt nicht erst möglich gewesen“. Mit diesen Worten begrüßte der Aufsichtsratsvorsitzende Axel Haas die Gäste der Vertreterversammlung der Volksbank Alzey-Worms. Und er erklärte auch gleich warum: „Wir stehen für Solidarität und für gemeinschaftliche Hilfe zur Selbsthilfe sowie für ein faires und vertrauensvolles Miteinander ohne übersteigertes Macht- oder Gewinnstreben.“

Die internationale Krise, die dieses Jahr zehnjähriges „Jubiläum“ hat, prägt die Bankenlandschaft noch immer nachhaltig.

Dieses Thema griff auch Vorstandssprecher Armin Bork in seinem Jahresbericht auf. Vor allem die immensen regulatorischen Anforderungen, die nicht zuletzt aus der Krisenzeit herrühren, stellen die Banken vor riesige Herausforderungen. Dabei fand seine Aufzählung kaum ein Ende: MiFid II, Ma-Risk, Wohnimmobilienkreditrichtlinie, PSD II Richtlinie, Vergütungsreglementierung, gestiegene Eigenkapital- und Liquiditätsanforderungen, verpflichtender Nachhaltigkeitsbericht…etc. – alle Vorschriften und Gesetze müssen, ob sinnvoll oder nicht, zwingend eingehalten werden. Das kostet nicht nur viel Manpower, sondern auch sehr viel Geld. Exemplarisch nannte Bork die Umrüstung der Telefonanlage für die neuen Aufzeichnungspflichten, die für die Bank mit 230.000 Euro zu Buche schlug und den Versand der 20-seitigen Kunden-Informationen zur EU-Zahlungsdienstrichtlinie mit alleine 130.000 Euro Portokosten.

Die Anforderungen durch die fortschreitende Digitalisierung sowie die anhaltende Niedrigzinsphase tun ihr Übriges dazu, die Erträge der Banken abschmelzen zu lassen. In diesem Zusammenhang packte Armin Bork auch das heiße Eisen Gebühren an, das immer wieder die Wellen hochschlagen lässt, ganz aktuell bei der Einführung der Münzgeld-Bepreisung. „Wir haben damit zu lange gewartet. Die Folge war, dass durch die Gebühreneinführung bei den Mitbewerbern bei uns die Ver- und Entsorgung mit bzw. von Münzgeld sprunghaft angestiegen ist. Dabei konnten wir nicht länger zuschauen.“ Der Volksbank-Chef warb hier für Verständnis: „Gehen Sie bitte davon aus, dass das keine Abzocke ist. Wir wollen daran nichts verdienen, aber die Kosten in diesem Geschäftsfeld müssen gedeckt sein.“ Quersubventionen durch andere Ertragsquellen seien insbesondere durch den zurückgehenden Zinsüberschuss nicht mehr möglich. Die Maßnahme sei „ein Mosaikstein in unserer Arbeit zur Erhaltung der Schlagkraft, Gesundheit und Stärke unserer Bank.“

Trotz aller Herausforderungen durften die anwesenden Vertreter und Gäste die frohe Kunde vernehmen, dass die Bank mit dem Geschäftsjahr 2017 insgesamt sehr zufrieden ist.

Die Bilanzsumme hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 167,4 Mio. Euro auf 3,525 Mrd. Euro erhöht. Haupttreiber war dabei das Kundeneinlagengeschäft mit einem Plus von 148,7 Mio. (5,6 %) auf 2,782 Mrd. Euro. Hier kam Bork zum kleinen Wermutstropfen, denn das Kreditgeschäft blieb durch einige auslaufende Großfinanzierungen etwas hinter den Planungen zurück und ist mit einem Plus von 44,2 Mio. Euro auf 2,695 Mrd. Euro angewachsen. Gleichzeitig machte er aber auch deutlich: „Wir setzen hier weiterhin auf Qualität. Keine Finanzierungen zu jedem Preis bzw. zu jedem Risiko.“

Sehr erfolgreich hat die Tochter „Volksbank-Immobilen GmbH“ gearbeitet, die mit 170 vermittelten Objekten und 1,850 Mio. Euro Provisionsumsatz ein tolles Ergebnis hinlegte.

Der Zinsüberschuss ging deutlich um 2,73 Mio. Euro zurück, der Provisionsüberschuss lag dagegen mit 22,5 Mio. Euro 1,9 Mio. über dem des Vorjahres.

Die Verwaltungsaufwendungen gingen gegenüber dem Vorjahr um 700.000 Euro auf 59,7 Mio. zurück, damit setzte man diesen Trend im dritten Jahr in Folge fort.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung verringerte sich um 3,23 Mio. Euro auf 37,7 Mio. Euro. 2,8 Mio. Euro entfallen dabei auf Pensionsrückstellungen, somit ist man trotzdem mit dem Ergebnis zufrieden.  

Aus dem Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit von 31,7 Mio. Euro dotierte man den Fonds für allgemeine Bankrisiken mit 12,0 Mio. Euro, die Rücklagen mit 6,0 Mio. Euro und leistete mit 12,2 Mio. Euro an Steuerzahlungen einen wichtigen Beitrag zum Gemeinwohl.

Der Dividendensatz wurde auf 4 % gesenkt, dies beschloss die Versammlung einstimmig. Vorher hatte Armin Bork erklärt, warum dies notwendig ist, denn während es beim überwiegenden Teil der Mitglieder weniger als 5 Euro pro Jahr ausmache, könne die Bank mit dem hier eingesparten Geld ihr hartes Kernkapital, die mit Abstand wichtigste Bilanzposition, stärken und sich somit wiederum ein Stückchen zukunftsfähiger und krisenfester machen.

Armin Borks Fazit: „Wir haben ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr mit erneut überdurchschnittlichem Betriebsergebnis hinter uns gebracht. Unter den aktuellen Gegebenheiten sind wir für die Zukunft gut aufgestellt, denn wir sind eigenkapitalstark und verfügen über bestens geordnete Verhältnisse.“

Im Anschluss ging der Vorstandssprecher noch auf zwei wichtige Personalien ein. Zunächst verkündete er, dass zum 1. April 2018 Vorstandsmitglied Günter Brück durch den Aufsichtsrat zum stellvertretenden Vorstandssprecher berufen wurde.

Im Hinblick auf die zweite Personalie hatte Aufsichtsratsvorsitzender Axel Haas bereits in seiner Begrüßung die Bombe platzen lassen und Armin Bork zündete diese nochmalig. Vor dem Hintergrund des kommenden Ruhestands einiger Vorstandsmitglieder, inklusive ihm selbst, wird es nämlich (weibliche) Verstärkung im Team geben: Zum 1. Juli 2018 tritt Frau Sabine Hermsdorf ins Unternehmen ein, wird zunächst ein Jahr als Generalbevollmächtigte tätig sein, bevor sie – so ist der Plan – zum 1. Juli 2019 in den Vorstand berufen wird.

Am Ende verabschiedete man noch das langjährige Aufsichtsratsmitglied Hans-Joachim Raddeck, der aus den Händen des stellvertretenden Abteilungsleiters des Genossenschaftsverbands, Marko Trabert, für seine Verdienste die Verbands-Ehrennadel in Gold erhielt.