v.l. Günter Brück, Armin Bork, Dieter Steffan

Bilanzpressekonferenz zum Geschäftsjahr 2017

Volksbank Alzey-Worms: In Champions-League der ertragsstarken Banken

„Stolz und sehr zufrieden mit Ergebnis 2017“ / Den Herausforderungen getrotzt

Vorrangig drei Zutaten braucht es laut dem Vorstandssprecher der Volksbank Alzey-Worms, Armin Bork, um auch in einem schwierigen Umfeld ein gutes Jahresergebnis einzufahren: eine hochmotivierte Belegschaft, den Finger am Puls der Zeit sowie eine um- und weitsichtige Geschäftspolitik.

Seine Bank hat all das vorzuweisen und konnte daher bei der Bilanz-Pressekonferenz mit einem sehr guten Jahresabschluss glänzen. Dabei machte er gleich zu Beginn deutlich, dass es alles andere als ein Zuckerschlecken war. Ein knüppelharter Wettbewerb sowie ein paar alte Bekannte, nämlich Niedrigzinsphase, Regulatorik und Digitalisierung, forderten den Bankern auch in 2017 einiges ab – Ende nicht wirklich in Sicht.

 

„Digitalisierung ist kein Selbstzweck“

Trotzdem sieht sich die Genossenschaftsbank hervorragend aufgestellt, denn man hat rechtzeitig alle notwendigen Vorkehrungen getroffen – sei es im Hinblick auf eine umfangreiche Investition in die Beratungsqualität oder auch auf eine konsequente Digitalisierungsstrategie. Hierzu machte der entsprechende Ressort-Vorstand Dieter Steffan nähere Ausführungen, indem er zunächst feststellte, dass die Bank sich bereits auf einem hohen Level befindet. Das Geheimnis: „Digitalisierung ist bei uns kein Selbstzweck, sondern der Kunde steht im Mittelpunkt unseres Denkens und Handelns. Dafür haben wir eine gute und klare Strategie.“

Die Zahl der Nutzer der „Online-Filiale“ steigt stetig aktuell liegt sie bei 48 % der Privatkunden und 72 % der Firmenkunden, ist im letzten Jahr um 3 % gestiegen und der Trend ist weiterhin ungebrochen. Von Adressänderung bis Zusatzversicherung - 69 Serviceleistungen umfasst das Online-Angebot der Bank. Hinzu kommt die Banking-App mit Komplettzugriff auf Konto und Wertpapierdepot mit Realtime-Kursen. Steigerung der Nutzerzahl gegenüber dem Vorjahr: satte 15,2 %.

Zum Beispiel Leistungen, wie „Scan-to-Bank“, bei der durch bloßes Abfotografieren der Rechnung bezahlt werden kann oder „Geld senden und anfordern“, wodurch man Geldbeträge unkompliziert wie bei „Whats-App“ an einen Empfänger senden kann, machen die Attraktivität dieser App aus. Brandneu: das Geldsenden funktioniert nicht nur unter Volksbank-Kunden, sondern jetzt auch mit Kunden der Sparkasse, denn das Voba-System wurde mit „Kwitt“, dem Sparkassenpendant, gekoppelt.

Das sichere TAN-System „VR-SecureGo“, Geld abheben ohne Karte mit „VR-mobile cash“ oder auch der Finanzmanager, ein virtuelles Haushaltsbuch – das Onlinebanking der Volksbank Alzey-Worms bietet alles, was das „mobile“ Herz begehrt.

Neuester Coup: Zusammen mit dem EWR wird ein WLAN-Netz für die Kunden aufgebaut, welches diese durch unkomplizierte Einwahl kostenlos nutzen können. In der Wormser Hauptstelle funktioniert es bereits, an elf weiteren Standorten soll es bis zum 30. März umgesetzt sein.

 

Steigende Kundenfrequenz beim Onlinebanking bedeutet im Umkehrschluss natürlich auch fallende Besucherzahlen in den Geschäftsstellen. „Die sinkende Kundenfrequenz verbunden mit der Tatsache, dass bis zu 70 Prozent der Kosten im Privatkundengeschäft mit dem Filialnetz verbunden sind, zeigt, dass eine ständige Überprüfung und Adjustierung für jede Bank unabdingbar ist“, mache Armin Bork im Anschluss deutlich. Das Filialkonzept, das seit 2016 verfolgt wurde, ist dabei – zunächst – abgeschlossen. Künftig gibt es 7 Kompetenzzentren in Worms, Alzey, Mainz-Gonsenheim, Kirchheimbolanden, Nierstein, Osthofen und Wörrstadt mit umfänglichen Beratungs- und Dienstleistungen, sowie weitere 26 personenbesetzte Filialen und 23 SB-Stellen.

In Leiselheim, Dexheim (SB), Schwabsburg (SB) und Hamm wurden die Geschäftsstellen geschlossen, in Nierstein ist ein neuer SB-Pavillon entstanden und die Geschäftsstellen in Herrnsheim und Eich feierten nach umfangreichem Facelifting Neueröffnung. Gemeinsam mit der Sparkasse Worms-Alzey-Ried betreibt man darüber hinaus in Abenheim eine SB-Stelle und ganz neu seit 15.01. eine gemeinsame SB-Stelle in Dittelsheim-Hessloch (in den ehem. Räumen der Sparkasse) sowie eine gemeinsame SB-Stelle in Wallertheim (in Räumen der Volksbank). Seit 22.01. gibt es überdies eine gemeinsame SB-Stelle mit der Mainzer Volksbank in Gau-Bischofsheim.

„Ob dies für die Zukunft ausreicht, müssen wir sehen“, so Bork am Ende seiner Ausführungen zu diesem Thema, „aber momentan ist es so für uns der richtige Schritt“.

Auch die Mitarbeiterzahl wird sich in den nächsten Jahren reduzieren, jedoch, wie Bork ausdrücklich betonte, nur durch sozialverträgliche Ruhestands- und Vorruhestandsregelungen. Entlassungen, wie bei Großbanken oft der Fall, schließe er aus, und „Hire-and-Fire-Mentalität besitzen wir nicht.“

 

 

Der vorläufige Jahresabschluss 2017

Bei allen wichtigen Reaktionen auf die sich verändernde Landschaft steht aber weiterhin eines im Mittelpunkt, denn es ist natürlich das „schlagende Herz“ des Geschäftsbetriebs der Bank: das Kundengeschäft. Und die Zahlen, die die Volksbank-Chefs für das Jahr 2017 im Gepäck hatten, können sich mehr als sehen lassen.

Die Bilanzsumme erhöhte sich um 167,3 Mio. EUR auf rd. 3.525,4 Mio. EUR. Wachstumstreiber waren in erster Linie die Kundeneinlagen.

Mit der Entwicklung im Kreditgeschäft war man zwar nicht ganz zufrieden, nach Aussage von Vorstandsmitglied Günter Brück lag die Steigerung des Kreditvolumens mit 1,7 % etwas unter den Erwartungen. Jedoch gelte der Grundsatz „Qualität vor Quantität“ und die Kreditnachfrage lag auch im Jahr 2017 auf hohem Niveau. Es wurden 3.376 Kredite mit einem Volumen von 497 Mio. € genehmigt. „Unter Einbeziehung der Jahre 2015 und 2016 sind wir um knapp 300 Mio. € oder 12,2 % und damit leicht über dem Branchendurchschnitt gewachsen.“

Abschließend erläuterte Brück, dass sich auch im privaten Baufinanzierungsgeschäft die Zugangswege verlagern. Immer mehr Kunden kommen über das Internet oder gehen zu Maklern. Deshalb wird die Bank ab April mit „Genopace“ in das genossenschaftliche Plattformgeschäft einsteigen. Hier werden Baufinanzierungen möglich sein, ohne dass der Kunde einmal die Bank betreten hat.

Im Einlagen-Bereich ist der Zuwachs der Kundengelder wie in den Vorjahren ausschließlich im kurzfristigen Bereich, auf Geschäfts- Privat- und Geldmarktkonten, erfolgt. Zirka ein Drittel der angelegten Kundengelder, die sich insgesamt auf 4,2 Mrd. Euro belaufen, wurden an die Verbundpartner (Bausparkasse Schwäbisch-Hall, R+V Versicherung, DZ-Bank und Fondsgesellschaft Union Investment) vermittelt. 930 Mio. Euro entfallen davon auf Anlagen im Wertpapiergeschäft. Hier war die Volksbank im Jahr 2017 besonders erfolgreich. Die Anzahl der Beratungsgespräche wurde um 42 % gesteigert, die Anzahl der Orders um 11,3 % und der Wertpapierumsatz um 21,2 %.

Das Wertpapiergeschäft wird auch im Jahr 2018 Schwerpunktthema bleiben. Ab April wird das Angebot durch die digitale Vermögensverwaltung „MeinInvest“ ergänzt.

Mit 170 vermittelten Objekten, einem Umsatz von 1,85 Mio. Euro und einen Objektumsatz von 33,0 Mio. legte auch das Team der Volksbank-Immobilien GmbH um Geschäftsführer Sascha Bentz ein äußerst erfolgreiches Geschäftsjahr hin.

 

Zinsüberschuss und Provisionsüberschuss bildeten sich insgesamt moderat um rd. 0,8 Mio. € auf 100,2 Mio. zurück, wobei der Provisionsüberschuss um 1,9 Mio. Euro stieg, und der Zinsüberschuss erwartungsgemäß um 2,7 Mio. Euro zurückging. Auch diese Tendenz wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen.

Die Verwaltungsaufwendungen reduzierten sich um insgesamt 0,7 Mio. EUR auf 59,7 Mio. EUR. Während sich die Personalkosten minimal um 0,1 Mio. EUR auf rd. 40,5 Mio. EUR erhöhten, gingen die Sachaufwendungen um rd. 0,8 Mio. EUR auf 16,6 Mio. EUR zurück. Die planmäßigen Abschreibungen blieben mit 2,6 Mio. Euro konstant.

Der Saldo aus den sonstigen Erträgen und Aufwendungen veränderte sich im Vergleich des Jahres 2016 zu 2017 von plus 0,3 Mio. Euro auf minus 2,8 Mio. Euro – also eine Veränderung in Höhe von 3,1 Mio. Euro.

Der fast ausschließliche Grund hierfür liegt bei der Abzinsung der Pensionsrückstellungen. Während für 2015 noch der Durchschnittszins der letzten 7 Jahre zugrunde gelegt wurde, wird für das Jahr 2016 ff der Durchschnittszinssatz der letzten 10 Jahre als Grundlage herangezogen. Deshalb konnte die Bank in 2016 von einer deutlichen Entlastung profitieren.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um

3,2 Mio. EUR auf 37,7 Mio. EUR. „Damit sind wir nicht nur zufrieden, sondern wir sind sehr zufrieden“, zeigte sich Armin Bork stolz. „Wir spielen wir sowohl regional gesehen als auch deutschlandweit im Genossenschaftssektor in der Champions-League der ertragsstarken Banken und hätten zum Jahresbeginn nicht geglaubt, ein solches Ergebnis erzielen zu können.“

Mit einem Wert von 1,09 % der durchschnittlichen Bilanzsumme liegt die Volksbank voraussichtlich auch in diesem Jahr wieder deutlich über dem Durchschnittswert des Genossenschaftssektors.

Risikokosten im Kreditgeschäft ergaben sich nicht. „Im Gegenteil“, so Bork, „dürfen wir uns über eine Entlastung sowohl im Kreditgeschäft als auch bei den Eigenanlagen freuen.“ 

Das Ergebnis vor Steuern beläuft sich auf 40,4 Mio. EUR, und mit einem Steueraufwand von 12,2 Mio. EUR leistet die Bank in diesem Jahr einen um eine Million erhöhten wichtigen Beitrag zum Gemeinwohl.

12 Mio. EUR will man dem Fonds für allgemeine Bankrisiken zuführen und der Vertreterversammlung vorschlagen, die Rücklagen mit 6,0 Mio. EUR zu dotieren.

Mit einem offenen Eigenkapital von 355,4 Mio. EUR ist man – sowohl im Hinblick auf die Versorgung des Mittelstandes mit Krediten als auch auf die (künftigen) Anforderungen der Regulierungsorgane – bestens fundiert. Dies wurde ganz aktuell im Rahmen des jährlich zu führenden Aufsichtsgespräches bei der Bundesbank bestätigt.

Aufgrund ihrer guten Verfassung wird die Volksbank Alzey-Worms – Zustimmung der Vertreterversammlung vorausgesetzt – nicht nur eine Dividende in Höhe von insgesamt 1,5 Mio. Euro ausschütten, sondern für die Förderung von kulturellen, sozialen und sportlichen Projekten auch einen Betrag von rd. 700.000 € zur Verfügung stellen.

 

 

 

Armin Borks Fazit:

Das gesamte Kreditgewerbe steht nach wie vor insbesondere aufgrund der angesprochenen umfangreichen Negativ- und Unsicherheitsfaktoren vor großen Herausforderungen.

Unser ordentliches Betriebsergebnis ist leicht rückläufig, liegt aber trotzdem deutlich über dem Durchschnitt – sowohl regional als auch bundesweit. Das Ergebnis vor Steuern hat sich um 4,6 Mio. Euro deutlich erhöht, dadurch können wir ebenfalls deutlich unsere Eigenmittel erhöhen.

Den sehr guten Erfolg aus dem Jahr 2017 würden wir liebend gerne in die Zukunft transferieren. Da dies leider nicht möglich ist, und wir Realisten sind, gehen wir zukünftig von etwas schwächeren Ergebnissen aus. Aber unsere Mehrjahresplanung bis zum Jahr 2022 zeigt uns entgegen früheren Prognosen, dass wir – bei Erreichen unserer ehrgeizigen Ziele – auch weiterhin mit respektablen Ergebnissen rechnen dürfen.

Dafür haben wir in den zurückliegenden Jahren die Weichen rechtzeitig und richtig gestellt.

Mit unserer gut ausgebildeten und hochmotivierten Belegschaft werden wir alle Herausforderungen auch in der Zukunft meistern können.