Mit Herz und Seele erzgebirgischer Holzkunst verschrieben

Herbert Gilcher

Austellung Weihnachtspyramiden in der Hauptstelle Worms, Marktplatz 19, Ihrer Volksbank Alzey-Worms.

 

Seit einem Vierteljahrhundert widmet sich Herbert Gilcher einem ganz besonderen Hobby: der Fertigung von Weihnachtspyramiden. Anfänglich nur sporadisch, wie es eben seine berufliche Tätigkeit als Leiter der Grundschule in Eich zuließ, und eigentlich nebenbei, aber sehr akribisch und ambitioniert. So wurde das Hobby nach seiner Pensionierung im Jahr 2010 stark ausgeweitet. „Vier bis sechs Stunden täglich sind es schon“, bestätigt Gilcher mit Nachdruck seine Passion.

Weit über zwanzig Weihnachtspyramiden sind es mittlerweile geworden. „Je nach Modell können zwischen dreißig und einhundertfünfzig Arbeitsstunden drinstecken“, sagt der Hammer Holzkünstler, „eben ja nach Größe und Schwierigkeitsgrad.“ Für die Fertigung seiner Pyramiden, die im Grunde große Lichtergestelle sind, und vorwiegend als vorweihnachtlicher Raumschmuck dienen, nutzt er hauptsächlich Vorlagen von Sass und Penk. „Die Geschichte dieser filigranen Holzarbeit geht bis ins Mittelalter zurück. In dieser Zeit war es in Süd- und Westeuropa üblich, in der Wohnung immergrüne Zweige (z. B. Buchsbaum) aufzuhängen, um Unheil in der dunklen Zeit abzuwenden. In Nord- und Osteuropa versuchte man dies mit Hilfe der Kraft des Lichtes. Die Weihnachtspyramide vereinte beide Bräuche und wurde vor allem im Erzgebirge zu einem Symbol für das Weihnachtsfest“, so weiß Gilcher aus der Historie zu berichten. Mehr noch: „Sie sind Bestandteil der Volkskunst und des Brauchtums im Erzgebirge.“ Die karussellartig aufgebauten Gestelle werden sowohl mit christlichen Motiven (wie z. B. Engelfiguren und Christi Geburt) als auch mit weltlichen Motiven (z. B. Bergleute und Waldmotive) angefertigt und werden traditionell mit Hilfe der aufsteigenden Wärme von den Kerzen angetrieben, die ein Flügelrad und den damit über einen Stab verbundenen Teller in Bewegung setzt. Gilcher verrät: „Ich verwende ausschließlich finnisches Birkensperrholz - freilich nur in bester Qualität, weil jenes Holz eine absolute Verzugsfreiheit garantiert.“

Fast alle seine Weihnachtspyramiden sind verschieden und entstehen komplett in reiner Handarbeit. „Bandsäge, elektrische Laubsäge und Tellerschleifer sind aber erlaubt“, so Gilcher, „denn sie unterstützen die Arbeit doch sehr.“

Im Dezember sind viele seiner Werke in der Hauptstelle in Worms, Marktplatz 19, während der Öffnungszeiten zu sehen. Nach den großen Erfolgen der Ausstellungen im Dezember 2013 und 2014 in Alzey, freuen sich Künstler sowie der Vorstand Ihrer Volksbank Alzey-Worms, auch 2017 die Weihnachtspyramiden zeigen zu dürfen!