Mit Werten, Vertrauen und harter Arbeit zum Erfolg

Volksbank Alzey-Worms lässt bei Vertreterversammlung herausforderndes aber erfolgreiches Geschäftsjahr 2016 Revue passieren

Die Begrüßungsworte des Aufsichtsratsvorsitzenden der Volksbank Alzey-Worms, Axel Haas, hatten es in sich. Er hielt ein flammendes Plädoyer für die wichtigen gesellschaftlichen Werte, wie Solidarität, Demokratie und Freiheit des Einzelnen. Dabei fand er deutliche Worte für diejenigen, die diese Werte ins Wanken bringen wollen: „Mit uns wird das nicht funktionieren (…), denn eine Gemeinschaft, wie die unsere arbeitet dafür, dass ihre Mitglieder wachsen, (…) erzieht sie zu Mündigkeit und Selbstverantwortung (…) und setzt auf Respekt gegenüber allen Mitmenschen.“ Der Geist, der Genossenschaft, zitierte Haas den Volksbank-Gründervater Schulze-Delitzsch, sei der Geist der freien Gesellschaft. Außerdem benötige man keine zweifelhaften Methoden, um das Vertrauen der Kunden zu gewinnen, wie manch andere Bank, sondern man besitze es bereits und gehe sehr sorgsam damit um.

Vorstandssprecher Armin Bork griff dies seinem Jahresbericht auf und machte deutlich, dass man sich das Vertrauen mit einem altmodischen Modell sichere: Arbeiten statt Spekulieren. In Zeiten, wie diesen, die für die Bankenwelt mit großen Herausforderungen verbunden seien, komme es besonders darauf an, sich um den Kunden zu kümmern. Besonders im Hinblick auf die großen Themen Digitalisierung, Niedrigzinsphase und Regulatorik sei es das Gebot der Stunde, die Segel richtig zu setzen und den Kunden mitzunehmen – in erster Linie durch hochqualitative Beratung der Volksbank-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Armin Bork ausdrücklich für ihren großen Einsatz und ihre gute Arbeit lobte. Auch die demographischen Entwicklungen sprach er an, die ebenfalls Veränderungen mit sich bringen und resümierte in dieser Hinsicht: „Im aktuellen Spannungsfeld gilt es, die Ertragsbasis durch kluges und vorausschauendes Handeln und sinnvolle Investitionen abzusichern.“ Unter anderem packte Bork dabei die „nicht gerade vergnügungssteuerpflichtigen“ heißen Eisen Filialnetz und Gebührenproblematik an und warb um Verständnis dafür, dass man hier die Entwicklungen im Blick behalten und gegebenenfalls reagieren müsse.

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen blieb die Volksbank Alzey-Worms auch im Jahr 2016 auf Wachstumskurs. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 4,7 % oder 150,0 Mio. Euro auf 3.385,1 Mio. Euro. Wachstumstreiber blieb dabei das Kundengeschäft mit den Kundenforderungen als bedeutendster Aktivposition, die sich auf 2.528,9 Mio. belaufen, was einem Zuwachs von 148,7 Mio. Euro oder 6,3 % entspricht. „Das“, so Armin Bork, „ist für uns ein absoluter Spitzenwert.“

Auch die Kundeneinlagen erhöhten sich mit einem Plus von rd. 114,3 Mio. Euro bzw. 4,5 % auf 2.670,8 Mrd. Euro, der Trend zu kurzfristigen Einlagen hielt dabei unverändert an. Zusammen mit den von den Verbundpartnern, wie z.B. Union Investment, betreut man 4.054,5 Mio. Euro Vermögenswerte. Damit wurde zum ersten Mal die 4-Mrd.-Grenze übertroffen.

Durch die Verringerung der Zinsspanne aufgrund des Wunsches der Kunden nach Langfristigkeit bei den Krediten und Kurzfristigkeit bei den Einlagen, verringerte sich der Zinsüberschuss mit 1,2 Mio. Euro um das doppelte im Vergleich zum Jahr 2015. Armin Bork machte deutlich, dass man, um dies auszugleichen, Kosten einsparen und neue Ertragsquellen erschließen müsse. Die Verwaltungsaufwendungen verringerten sich insgesamt um 1,2 Mio. Euro.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung erhöhte sich auf knapp 41,0 Mio. Euro. Dies entspricht einem Wert von 1,24 % der durchschnittlichen Bilanzsumme. Fußballfan Armin Bork zog hier einen passenden Vergleich: „Damit haben wir erneut die direkte Qualifikation zur Champions League geschafft.“

Aus dem Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit von 31,1 Mio. Euro dotierte man den Fonds für allgemeine Bankrisiken mit 12,0 Mio. Euro, die Rücklagen mit 6,1 Mio. Euro und leistete mit 11,1 Mio. Euro an Steuerzahlungen einen wichtigen Beitrag zum Gemeinwohl.

Der Dividendensatz verbleibt unverändert bei 5 %.

Armin Borks Fazit: „Wir haben ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr hinter uns gebracht und unser Spitzen-Betriebsergebnis ist überdurchschnittlich. Dies ist jedoch keine Selbstverständlichkeit, sondern basiert auf dem Vertrauen der Mitglieder und Kunden einerseits und auf der hohen Kompetenz und der Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter andererseits.

Die sich anschließenden Abstimmungen zu Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, Genehmigung des Jahresabschlusses, Verwendung des Jahresüberschusses, turnusmäßiger Wiederwahl einiger Aufsichtsratsmitglieder und zu Änderungen in Satzung und Wahlordnung erfolgten einstimmig.

Zum Abschluss der Versammlung wurden die Herren Carlo Wolf und Alfred Burghardt aus dem Aufsichtsrat verabschiedet. Carlo Wolf erhielt als langjähriger Aufsichtsratsvorsitzender aus den Händen des stellvertretenden Abteilungsleiters des Genossenschaftsverbandes e.V., Marko Trabert, den Ehrenbrief des Verbandes, Alfred Burghardt wurde für seine jahrzehntelange Tätigkeit im Aufsichtsrat mit der Ehrennadel des DGRV in Silber geehrt.