Volksbank Alzey-Worms trotzt allgemeinem Negativtrend im Bankensektor mit sehr gutem Geschäftsjahr

Nahezu alle Ziele erfüllt / "Eine der ertragsstärksten Genossenschaftsbanken im Land"

Die Botschaft, die Armin Bork bei seiner ersten Bilanz-Pressekonferenz als Vorstandssprecher der Volksbank Alzey-Worms verkündete, war gleich von Anfang an klar: „Das Jahr ist für uns sehr zufriedenstellend verlaufen.“ Im Folgenden machte er gemeinsam mit seinen Kollegen deutlich, warum das so ist, denn ihr Institut hat dem allgemeinen Negativtrend im Bankensektor getrotzt – vorrangig durch die positive Entwicklung sowohl im Einlagen- als auch ganz besonders im Kreditgeschäft. Jedoch hat dazu auch die Tatsache beigetragen, dass man zur rechten Zeit die notwendigen Weichen gestellt hat, um so effektiv wie möglich arbeiten zu können. Hier war Armin Bork sicher: „Wären wir weiterhin in Worms, Alzey und Gonsenheim jeweils selbständig, hätten wir – im Gesamten gesehen – keine Chance auf ein solches Ergebnis gehabt.“

Für den guten Jahresabschluss, der vor dem Hintergrund der großen Herausforderungen für den Bankensektor, wie Niedrigzinsphase, Regulatorik und Digitalisierung, umso höher zu bewerten ist, führt Bork aber noch mehr Gründe ins Feld. So habe man sich einerseits auch für ein paar eher unpopuläre Maßnahmen entscheiden müssen, zum Beispiel einige Filialschließungen, bzw. Umwandlungen von Geschäftsstellen zu SB-Filialen. Fest stehe aber: Man will den Kunden weiterhin ein Partner in der Fläche sein, denn „das unterscheidet uns von den Direktbanken, gegen die wir einen Preiskampf nicht gewinnen können.“

Andererseits hat man durch ein großes hausinternes Projekt hochqualifizierte Beratung durch top-ausgebildete Mitarbeiter sichergestellt. Hierbei war es Armin Bork wichtig, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur Spezialisten ihres Fachs sind, sondern das Quäntchen mehr besitzen, das die Genossenschaftsbanken auszeichnet, nämlich das Agieren innerhalb der besonderen Prinzipien der Bank, die auf Gemeinschaft und Solidarität fußen.

Hierfür gab’s von unabhängiger Stelle positive Bestätigung: Das Deutsche Institut für Bankentests hat im Auftrag der Zeitung „DIE WELT“ Banken in ganz Deutschland hinsichtlich ihrer Beratungsqualität unter die Lupe genommen. Ergebnis für die Volksbank Alzey-Worms: Testsieger der Stadt Worms in den Bereichen Private Banking, Firmenkunden, Privatkunden und Baufinanzierung. Und ganz neu: In den letzten drei Bereichen wurde man überdies Sieger in Rheinland-Pfalz.

Auf eine weitere „Herausforderung“ im vergangenen Jahr ging Armin Bork außerdem noch besonders ein: das Ausscheiden des langjährigen Vorstandsvorsitzenden, Bernd Hühn. Hierdurch habe es einige Veränderungen gegeben, „da er aber ein sehr gut bestelltes Haus hinterlassen hat, bin ich überzeugt, dass wir unsere positive Arbeit auch in Zukunft genauso fortsetzen können.“

Digital in die Zukunft

Mit der Digitalisierung sprach im Folgenden Borks Vorstandskollege Dieter Steffan eines der zentralen Themen an, mit denen sich die Bank auseinandersetzt. Er zeigte auf, dass die Quote der Kunden, die Online-Bankdienste in Anspruch nehmen, stetig ansteigt, mittlerweile sind über 50 % der Konten für das Online-Banking freigeschaltet. Um hier wettbewerbsfähig zu bleiben, bietet die Volksbank Alzey-Worms umfangreiche Services an. Kunden können z.B. per VR-Banking App viele Geschäfte bequem und sicher mit dem Smartphone erledigen, sie können durch Abfotografieren Rechnungen überweisen, sie können Geld mit einer Funktion, ähnlich „What‘s App“, direkt vom Sender zum Empfänger transferieren, am Automaten ohne Karte abheben und vieles mehr. Hierbei sprach er besonders den Sicherheitsaspekt an, der mit dem institutseigenen Schutz-System „VR-Secure Go“ gewährleistet sei. Außerdem legt Steffan den Kunden das digitale Haushaltsbuch „Finanzmanager“ ans Herz, mit dem man zum Beispiel die Entwicklung seiner Finanzen im Griff behalten, eigene Budgets definieren oder Umsätze kategorisieren kann.

Der vorläufige Jahresabschluss 2016

Die Bilanzsumme der Volksbank Alzey-Worms erhöhte sich um 149,2 Mio. Euro auf  3.358,0 TEuro. Vor allem mit der Entwicklung im Kreditgeschäft zeigte sich Vorstandsmitglied Tobias Schmitz sehr zufrieden, der deutlich machte, dass es „eine Kreditklemme weder in der Vergangenheit gegeben hat, noch in der Zukunft geben wird.“. In diesem Bereich ist die Bank im Vergleich zum Jahr 2015 noch einmal stärker gewachsen. „Besonders freuen wir uns hier über die Entwicklung der bilanziellen Kundenforderungen“, so Schmitz. Diese haben sich gegenüber dem Vorjahr um 6,2 % oder rd. 148 Mio. Euro erhöht.  Zusammen mit den an die Verbundpartner vermittelten Kredite beläuft sich das Gesamtvolumen auf 2,99 Mrd. Euro.

Da man konsequent auf Qualität setzt, vorsichtig bewertet und eine weite und ausgeglichene Größenklassen- und Branchenstreuung hat.

Sein Kollege Günter Brück präsentierte danach die Zahlen im Einlagen-Bereich.

Wie in den Vorjahren ist hier der Zuwachs der Kundengelder von 120 Mio. Euro fast ausschließlich im kurzfristigen Bereich, insbesondere auf den Geldmarktkonten, zu verzeichnen. Zirka ein Drittel der angelegten Kundengelder, die sich insgesamt auf rd. 4 Mrd. Euro belaufen, wurden an die Verbundpartner, wie die Bausparkasse Schwäbisch Hall, die R+V Versicherung, die DZ BANK und die Fondsgesellschaft Union Investment vermittelt. Die beiden Letztgenannten halten mit ca. 890 Mio. Euro Gesamtvolumen den weitaus größten Anteil der angelegten Kundengelder. „Trotz sehr volatiler Märkte konnten wir das Wertpapiervolumen unserer Kunden um 5 % steigern“, so Günter Brück. Der Beratungsschwerpunkt werde auch in 2017 im Bereich Wertpapiere liegen. „Die Deckung der Versorgungslücke erfolgt momentan einfach am besten durch Fonds-Ratensparversträge.“

Das erfolgreiche Team der Immobilien GmbH um Geschäftsführer Sascha Bentz konnte in im letzten Jahr 160 Objekte vermitteln, dadurch einen Umsatz von 1,6 Mio. EUR erzielen und einen Gewinn von 513 TEUR an die Bank abführen.

Wie erwartet, bildete sich sowohl der Zins- als auch der Provisionsüberschuss zurück, und zwar um insgesamt rd. 1,7 Mio. Euro. Der wesentliche Rückgang entfällt mit 1,2 Mio. Euro auf den Zinsüberschuss, der sich auch in den nächsten Jahren weiter zurückbilden wird.

Die Verwaltungsaufwendungen reduzierten sich um insgesamt 1,2 Mio. Euro bzw. 1,9 % auf 60,4 Mio. Euro. Während die Personalkosten um 0,6 Mio. Euro bzw. 1,5% auf rd. 40 Mio. Euro gesunken sind, bildeten sich auch die Sachaufwendungen um 0,4 Mio. Euro auf 17,4 Mio. zurück.

Der Saldo aus den sonstigen Erträgen und Aufwendungen veränderte sich im Vergleich des Jahres 2015 zu 2016 von minus 4,7 Mio. Euro auf plus 0,3 Mio. Euro – also eine Veränderung in Höhe von 5,0 Mio. Euro.

Der fast ausschließliche Grund hierfür liegt bei der Abzinsung unserer Pensionsrückstellungen. Während für 2015 noch der Durchschnittszins der letzten 7 Jahre zugrunde gelegt wurde, wird für das Jahr 2016 ff der Durchschnittszinssatz der letzten 10 Jahre als Grundlage herangezogen.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 5,6 Mio.  auf 40,9 Mio. Euro. „Damit“, so Armin Bork nicht ohne Stolz, „gehören wir zu den ertragsstärksten Genossenschaftsbanken im Land.“ Mit einem Wert von 1,24 % der durchschnittlichen Bilanzsumme (Vorjahr: 1,15 %) liegt die Volksbank Alzey-Worms voraussichtlich deutlich über den Durchschnittswerten anderer Genossenschaftsbanken.

Erfreulicherweise gab es keine Risikokosten im Kreditgeschäft und auch die Belastungen aus dem Wertpapiergeschäft sind geringer als geplant.

Das Ergebnis vor Steuern beläuft sich auf 35,8 Mio. Euro und mit einem Steueraufwand von 11,2 Mio. Euro leistet die Volksbank einen wichtigen Beitrag zum Gemeinwohl.

„Das gute Gesamtjahresergebnis“, führt Bork weiter aus, „versetzt uns wiederum in die Lage, größtmöglich vorzusorgen, eine sehr ordentliche Dividende von 5 % auszuschütten und unser offenes Eigenkapital deutlich zu stärken“. Man möchte 12 Mio. Euro dem Fonds für allgemeine Bankrisiken zuführen und den Vertretern der Bank vorschlagen, die Rücklagen mit 6,1 Mio. Euro zu dotieren.

Mit einem offenen Eigenkapital von 338 Mio. Euro ist man bestens fundiert, und verfügt aufgrund der vorsichtigen Geschäftspolitik über Bewertungsreserven. Sogenannte „stille Lasten“ gibt es keine.

Umfangreiche Förderung der Region

Durch die gute Verfassung war es der Volksbank Alzey-Worms in 2016 möglich, im Bereich Kultur-, Sport- und Sozialsponsoring die Region mit insgesamt rd. 600.000 Euro zu unterstützen. Zu den größten Projekten gehörten die Unterstützung des Rheinland-Pfalz-Tages in Alzey und des Rheinhessenjubiläums. Letzteres nahm man auch zum Anlass für eine Kooperation mit den Energiedienstleistern e-rp und EWR, bei der fünf gemeinsame E-Ladestationen für Autos und Fahrräder installiert wurden bzw. werden.

Besonderes Engagement zeigt man weiterhin im Hinblick auf die Aktion „Sterne des Sports“, in diesem Jahr kam man mit dem Mainzer Schwimmverein von 1901 e.V. als bundesweit Drittplatzierter auf’s Treppchen.

Armin Borks Fazit für das Geschäftsjahr 2016:

„Wir würden das gute Ergebnis gerne konservieren, allerdings dürfen wir mit solchen Ergebnissen in den kommenden Jahren nicht rechnen. Der Trend geht in die andere Richtung. Jedoch werden wir versuchen, die Auswirkungen für unsere Bank so gering wie möglich zu halten. Ich bin sicher, mit den von uns dafür gestellten Weichen sowie mit unseren sehr guten und tüchtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden wir das bewerkstelligen.“

Zahlen und Fakten 2016

Bilanzsumme 3.358,0 Mio. € (+4,65 %)
Bilanzielle Kundenforderungen 2.528,0 Mio. € (+ 6,21 %)
Avale 122,1 Mio. € (./. 7,64 %)
Bilanzwirksame Kundeneinlagen
2.644,4 Mio. € (+ 4,75 %)
Zins- und Provisionsüberschuss 101,0 Mio. € (./. 1,66 %)
Personalaufwand 40,4 Mio. € (./.  1,46 %)
Andere Verwaltungsaufwendungen 17,4 Mio. € (./. 2,25 %)
Betriebsergebnis vor Bewertung: 40,9 Mio. € (+ 15,86 %)
Bilanzgewinn 8,029 Mio. € (1,07 % )
Anzahl Mitglieder 71.515 (Vorjahr: 72.539)

Anzahl Mitarbeiter

davon Auszubildende

davon Teilzeitbeschäftigte

717 (Vorjahr 722)

   56 (56)

 225  (221)

Anzahl Geschäftsstellen

(davon SB-Stellen)

57  (64)

23   (21)