Gonsenheimer Erinnerungen

Ausstellung "Gonsenheimer Erinnerungen. Jüdische Nachbarinnen und Nachbarn zwischen Integration und Ausgrenzung" in Schalterhalle VR-Bank Mainz ín Mainz-Gonsenheim

Ausstellung

Bis 8. September 2017 in den Räumen Ihrer VR-Bank Mainz, Niederlassung der Volksbank Alzey-Worms eG, Breite Straße 23-27 in Mainz-Gonsenheim.

Nachdenkliche aber auch gute bis gelöste Stimmung herrschte am Donnerstagabend, 17. August, bei der Eröffnung der IGL-Ausstellung "Gonsenheimer Erinnerungen. Jüdische Nachbarinnen und Nachbarn zwischen Integration und Ausgrenzung" in der Schalterhalle der VR-Bank Mainz, Niederlassung der Volksbank Alzey-Worms. Über 120 interessierte Gäste waren der Einladung der Bank gefolgt, die mit dieser Ausstellung das Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V. (IGL) im Bemühen unterstützen will, zu der wichtigen historischen Aufarbeitung des dunkelsten Kapitels der deutschen Geschichte beizutragen. Dieses Ziel unterstrich Vorstandsmitglied Tobias Schmitz in seiner einleitenden Rede.

Bürgermeister Beck sprach im Anschluss über den erschreckenden Einblick, wie in nur wenigen Jahren aus guter Nachbarschaft in Gonsenheim offene Feindschaft und aus friedlichen Bürgern Opfer und Täter werden konnten. Dr. Kai-Michael Sprenger gab im Anschluss mit den Kuratoren Lisa Groh-Trautmann und Christoph Schmieder Informationen über die Genese des Projekts, eine kurze Einführung in die Ausstellung sowie Informationen zur Arbeit der Kuratoren.

Die musikalische Begleitung der Eröffnungsfeier erfolgte durch Daniel Kempin, Kantor der jüdischen Gemeinde Frankfurt, der mit Gesang und Gitarre den Reichtum der jüdischen Kultur, kunstvoll zu vermitteln wusste.

Familienfoto der Fam. Schüler
Familienfoto der Fam. Schüler © Privatbesitz

1945 endeten mit dem Zusammenbruch der nationalsozialistischen Herrschaft auch die unmenschlichen Verbrechen an der jüdischen Bevölkerung Europas. Doch erst lange danach machten politische, wissenschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen die Aufarbeitung des nationalsozialistischen Terrors und des Völkermordes an den Juden in ihrer ganzen Dimension möglich. Dieser Prozess vollzieht sich noch immer – dabei sind einzelne Kapitel dieser Geschichte bis heute nicht hinreichend erforscht.

In Gonsenheim, das 1938 als bis dahin selbständige Gemeinde durch die Nationalsozialisten nach Mainz eingemeindet wurde, lebten ebenfalls mehrere jüdische Familien. Die individuellen Geschichten ihrer Demütigungen, ihrer Deportation und ihrer Ermordung sind bislang noch nicht Gegenstand einer differenzierten und gründlichen historischen Aufarbeitung geworden. Durch private Nachforschungen konnte in den letzten Jahren ein ergiebiges und aussagekräftiges Quellenmaterial zusammengetragen werden, auf dessen Grundlage sich nunmehr diese Schicksale der Gonsenheimer Jüdinnen und Juden in jenen Jahren sehr viel besser nachvollziehen lassen.

Das Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V. hat auf Initiative des Heimat- und Geschichtsvereins Gonsenheim diese bislang wenig erforschten Lebensgeschichten der Gonsenheimer Jüdinnen und Juden in einem eigenen Ausstellungsprojekt erarbeitet. So sind unter anderem umfangreiche Zeitzeugeninterviews entstanden. In Kooperation mit dem Heimat- und Geschichtsverein Gonsenheim, der Evangelischen Kirchengemeinde Gonsenheim, der katholischen Kirchengemeinde St. Stephan sowie der im Gonsenheimer Ortsbeirat vertretenen Parteien SPD, ÖDP, Bündnis90/Die Grünen, FDP und CDU sowie verschiedenen Privatpersonen und nicht zuletzt durch die Förderung u. a. durch die VR-Bank Mainz, ist es nun möglich, dieses Kapitel der Gonsenheimer Geschichte der Öffentlichkeit zu präsentieren.


Öffnungszeiten

Montag und Donnerstag: 08:00 - 12:30 Uhr und 13:30 - 18:00 Uhr
Dienstag und Mittwoch: 08:00 - 12:30 Uhr und 13:30 - 16:00 Uhr
Freitag: 08:00 - 13:00 Uhr