Solider Geschäftsabschluss trotz schwieriger Marktbedingungen

Bild: Mitglieder des Vorstandes
v.l. Tobias Schmitz, Armin Bork, Bernd Hühn, Günter Brück, Dieter Steffan

Gute Bilanzzahlen / nahezu alle Ziele erreicht oder übererfüllt

Pressenotiz von 22.01.2015

Als „völlig normal“ bezeichnete Bernd Hühn, unser Vorstandsvorsitzender bei der Bilanzpressekonferenz das Jahr 2015 und erklärte augenzwinkernd auch direkt, was darunter zu verstehen ist: „Dinge sind nicht wie geplant eingetreten und vieles hat uns überrascht.“

Uneinheitliche Lage im Euroraum, stark volatile Aktienmärkte, historisches Zinstief und „Strafzins“ bei der EZB – vor allem letzteres führte zu einer Situation, „wie wir sie in unserem Land so bisher nicht kannten und die das gesamte Kreditgewerbe vor enorme Herausforderungen stellt.“

Trotz intensiven Wettbewerbs und den nicht ganz einfachen Rahmenbedingungen präsentiert sich jedoch der Genossenschaftssektor insgesamt gesehen trotz leichter Rückgänge als ertragsstärkste deutsche Bankengruppe. Mit dem Bankenrating AA- verfügt der Genossenschaftliche Finanzverbund über das beste Rating Europas.

Vor diesem Hintergrund sieht Bernd Hühn die geplante Einlagensicherung in der Eurozone äußerst kritisch: „Man würde unser bewährtes genossenschaftliches Institutssicherungssystem faktisch aushebeln und wir Volksbanken – und übrigens auch die Sparkassen - müssten letztendlich für andere in- und ausländische Kreditinstitute geradestehen.“ Er hoffe, dass der vom Bundesverband auf den Weg gebrachte Appell an die Mitglieder des Europäischen Parlamentes und des Deutschen Bundestages Wirkung zeigen werde. Eine Stärkung der genossenschaftlichen FinanzGruppe im Wettbewerb verspricht sich Hühn hingegen durch die angedachte Fusion der beiden verbliebenen Zentralbanken DZ BANK und WGZ BANK.  

Gut gerüstet in die Zukunft
Die Herausforderungen für die Zukunft sieht unser Vorstandsvorsitzende einerseits vorrangig im anhaltenden Zinstief und andererseits gerate auch die zweite Haupteinnahmequelle, der Provisionsüberschuss, durch Verbraucherschutz und Politik zunehmend unter Druck. Die Sinnhaftigkeit der zwischenzeitlichen Regulierungsflut, so Hühn, sei zwar in Frage zu stellen, „jedoch kommen wir nicht umhin, die neuen gesetzlichen Vorgaben umzusetzen, auch wenn uns das nicht schmeckt und viel Geld kostet.“

Dies zusammen mit Themen wie Demographie und Digitalisierung habe auch ein sich veränderndes Kundenverhalten zur Folge, was dem Kreditgewerbe ebenfalls hohe Veränderungsbereitschaft abverlange.

Fundierte und faire ganzheitliche Beratung ist daher mehr denn je das Gebot der Stunde und es zahlt sich aus, dass man bei uns, der Volksbank Alzey-Worms, mit viel Nachdruck genau darauf setzt. So belegte man in Worms im Firmenkundengeschäft beim Test der Zeitschrift FOCUS Money den 1. Platz und wurde bei einem weiteren Bankentest, der von der Zeitung „DIE WELT“ initiiert wurde, sowohl bei der Privatkundenberatung als auch bei der Firmenkundenberatung in Worms jeweils Testsieger. Weiterhin ist man Branchenprimus beim 5. Wormser Kundenspiegel und hat erneut den Fördermittelpreis der DZ BANK AG erhalten. In Kürze erhält die Volksbank außerdem eine weitere überregionale Auszeichnung, über die man, wenn es soweit ist, separat berichten möchte.

Eine Überprüfung der Marktpotentiale des mittlerweile großen Geschäftsgebietes wurde genauso angepackt, wie das Thema Digitalisierung. Hierzu stellte Hühn’s Vorstandskollege Dieter Steffan innovative Verfahren im Bereich des Online-Zahlungsverkehrs vor, die unsere Kunden seit kurzer Zeit nutzen können: Mit „paydirekt“ wurde eine von deutschen Banken und Sparkassen gemeinsam entwickelte Internet-Zahlungsmöglichkeit eingeführt, deren Sicherheitsvorteil unter anderem in einer direkten Verbindung zwischen Händler und Kunde besteht. Mit „SecureGo“ werden Online-Transaktionen mittels verschlüsselter TANs sicherer und mit „VR-mobileCash“ können die Kunden ganz ohne Karte nur mit ihrem Smartphone am Automat Bargeld abheben.

Das in den vergangenen Jahren großgeschriebene Thema Fusion sei, so Bernd Hühn, momentan keines. Man habe hier seine Hausaufgaben erledigt. Das Fazit dazu überließ er seinem Kollegen Tobias Schmitz, der nochmals herausstellte, dass sich beim Zusammenschluss von Volksbank Alzey-Worms und VR-Bank Mainz die richtigen Partner mit identischer Geschäftsphilosophie gefunden haben - nicht zuletzt aufgrund des großen Engagements des ehemaligen Mainzer Vorstandsvorsitzenden und jetzigen Ruheständlers Theo Stauder. „Wir haben uns von Anfang an volles Vertrauen entgegengebracht, dessen Richtigkeit hat sich im Nachhinein uneingeschränkt bestätigt.“

Die wichtigsten Zahlen des Jahresabschluss 2015
Mit der geschäftlichen Entwicklung, insbesondere mit den Zuwächsen im Kreditgeschäft und bei den Einlagen sind wir sehr zufrieden; wir sehen nahezu alle gesteckten Ziele erfüllt oder überschritten.  

Die Bilanzsumme erhöhte sich im vergangenen Jahr um 96,8 Mio. EUR auf rd. 3,2 Mrd. EUR. Getragen wurde diese Entwicklung sowohl durch die Kundeneinlagen als auch vom Kreditgeschäft.

Das Volumen der Buchkredite erhöhe sich 2015 um 101 Mio. EUR auf rd. 2,4 Mrd. EUR und übertraf mit einem Zuwachs von rd. 4,4 % das Planziel. Unter Berücksichtigung der Avale und der Kredite, die an die Partner des genossenschaftlichen Finanzverbundes vermittelt wurden, beläuft sich das gesamte Kreditvolumen auf rd. 2,9 Mrd. EUR.  

Vorstandsmitglied Armin Bork freute sich besonders darüber, „dass sich die positive Entwicklung sowohl bei den Privatkrediten - insbesondere Baufinanzierungen - als auch bei den Krediten an unsere Firmenkunden vollzog.“ Der Anteil der Firmenkundenkredite beläuft sich auf 57 %, 43 % entfallen auf die Privatkredite. Bork erläuterte, dass bei der Entwicklung der Buchkredite – bevor man über Wachstum sprechen könne – erst die Kredittilgungen eines Jahres aufzuholen seinen – in 2015 immerhin rd. 320 Mio. EUR. Insofern wurden im letzten Jahr 4.311 Kredite mit einem Volumen von 554 Mio. EUR genehmigt. In diesem Zusammenhang erwähnte er auch die überaus erfolgreiche Immobilien GmbH. Geschäftsführer Sascha Bentz und sein 11-köpfiges Team konnten in im letzten Jahr 170 Objekte vermitteln, dadurch einen Rekordumsatz von 1,8 Mio. EUR erzielen und einen Gewinn von etwas mehr als 500 TEUR an die Bank abführen.

Besser als zum Jahresbeginn erwartet, stiegen auch die bilanziellen Kundeneinlagen, die sich um 111,9 Mio. EUR bzw. 4,7 % auf rd. 2,5 Mrd. EUR erhöhten. Dabei vollzog sich der Zugang – analog der Vorjahre – ausschließlich im kurzfristigen Bereich, wie Günter Brück, zuständiges Vorstandsmitglied für das Privatkunden-Ressort, erläuterte. Die verbrieften Verbindlichkeiten blieben nahezu konstant. Die Bank betreut ferner ein größeres Volumen an Kundengeldern, als dies direkt in der Bilanz erscheint. Im Zuge einer ganzheitlichen Beratung gehören nämlich Wertpapiere genauso zu einer ausgewogenen Vermögensstrategie, wie die übrigen unterschiedlichsten Anlagen bei den Verbundpartnern. Außerhalb der Bilanz beläuft sich das Verbundvolumen auf rd. 1,3 Mrd. EUR, insofern betreuen wir direkt bzw. indirekt insgesamt rd. 3,9 Mrd. EUR Vermögenswerte unserer Kunden.

„Mit der Entwicklung im Verbundgeschäft sind wir insgesamt zufrieden“, resümierte Brück,

„auch wenn wir unsere Ziele bei der R+V Leben und der Bausparkasse Schwäbisch Hall nicht bzw. nicht ganz erreicht haben.“ Erfreulich sei dagegen die Entwicklung bei der Teambank (easyCredit) und der Union-Investment. Letztere bescheinigt der Bank wiederum einen Spitzenplatz.

Wie erwartet, bildete sich sowohl der Zins- als auch der Provisionsüberschuss zurück, und zwar um insgesamt rd. 1,3 Mio. €. Der wesentliche Rückgang entfällt mit 0,9 Mio. EUR auf den Zinsüberschuss, der sich auch in den nächsten Jahren weiter zurückbilden wird.

Die Verwaltungsaufwendungen gingen geringfügig um 0,6 Mio. EUR bzw. 1,0 % auf 61,2 Mio. EUR zurück.. Während die Sachaufwendungen um rd. 1 Mio. EUR gesunken sind, stiegen die Personalkosten geringfügig um 0,5 Mio. EUR bzw. um 1,2 %. Um rd. 1,6 Mio. EUR erhöht hat sich der negative Saldo von sonstigen Aufwendungen und sonstigen Erträgen. Diese Erhöhung basiert auf der Bilanzierung der Pensionsverpflichtungen, deren Zuführungsbedarf sich gegenüber dem Vorjahr ausschließlich aufgrund des geringeren Zinsniveaus um zusätzlich 1,6 Mio. EUR erhöhte.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung bildete sich gegenüber dem Vorjahr um 2,3 Mio. EUR auf rd. 36,6 Mio. EUR zurück. Mit einem Wert von 1,15 % der durchschnittlichen Bilanzsumme liegt er voraussichtlich aber nach wie vor über den Durchschnittswerten anderer Genossenschaftsbanken.

Erfreulicherweise bewegen sich die Risikokosten im Kreditgeschäft auf niedrigem Niveau und auch die Belastungen aus dem Wertpapiergeschäft sind geringer als geplant.

Das Ergebnis vor Steuern ist mit 29,3 Mio. EUR nahezu auf Vorjahresniveau und mit einem Steueraufwand von rd. 11 Mio. EUR leistet die Volksbank einen wichtigen Beitrag zum Gemeinwohl.

„Das leicht rückläufige, aber dennoch gute Gesamtjahresergebnis“, so Bernd Hühn, „versetzt uns wiederum in die Lage, größtmöglich vorzusorgen, eine angemessene Dividende von 5 % auszuschütten und unser offenes Eigenkapital deutlich zu stärken“. Man möchte 10 Mio. EUR dem Fonds für allgemeine Bankrisiken zuführen und den Vertretern der Bank vorschlagen, die Rücklagen mit 6 Mio. EUR zu dotieren.

Mit einem offenen Eigenkapital von immerhin 321 Mio. EUR ist man bestens fundiert, verfügt aufgrund der vorsichtigen Geschäftspolitik über Bewertungsreserven, sogenannte stille Lasten bestehen nicht.

Bernd Hühn’s Fazit für das Geschäftsjahr 2015: „Das gesamte Kreditgewerbe steht insbesondere aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase vor einer großen Herausforderung. Wie bei anderen Kreditinstituten auch, hat sich unser ordentliches Betriebsergebnis erneut etwas verschlechtert. An diesem negativen Trend wird sich in den nächsten Jahren voraussichtlich nichts ändern.

Die genossenschaftliche Finanzgruppe befindet sich insgesamt allerdings in einer guten Verfassung und wir als Volksbank Alzey-Worms eG gehören mittlerweile nicht nur zu den großen Volksbanken in unserem Land sondern verfügen vergleichsweise über eine überdurchschnittliche Ertrags- und Vermögenslage.“

Verantwortung für die Region
Durch die gute Verfassung ist es möglich, im Bereich Kultur-, Sport- und Sozialsponsoring die Region nachhaltig zu unterstützen. Jährlich wird hierfür ein Betrag von insgesamt rd. 600.000 EUR aufgewendet. Aus den unzähligen Aktivitäten pickte Bernd Hühn zwei besonders heraus: „Zum einen verzichten wir zwischenzeitlich auf Geschenke bei runden Geburtstagen unserer Kunden und spenden dafür an die Kinderkliniken in Mainz und Worms. Und seit dem vorletzten Jahr haben wir - auch auf Anregung einzelner Kunden - auf Weihnachtsgeschenke verzichtet und deshalb kurz vor den Feiertagen wieder 20.000 EUR an die 5 Tafeln in unserem Geschäftsgebiet gespendet.“

Für das laufende Jahr, so Hühn weiter, werde man als Sponsor im Hinblick auf zwei Großereignisse ganz besonders gefordert: Mit Hilfe des Genossenschaftsverbandes unterstützt die Bank den Rheinland-Pfalz-Tag in Alzey mit einem stattlichen Betrag. Und ähnlich handelt man beim Rheinhessen-Jubiläum. Das Besondere dabei ist, dass sich die insgesamt 8 rheinhessischen Volksbanken gemeinsam mit dem Genossenschaftsverband zusammengeschlossen haben und sich nun als einer der bedeutendsten Sponsoren präsentieren.

Anlässlich dieses Jubiläums werben wir künftig als „Rheinhessen‘s starke Bank“, schließlich ist man ertragsstark, verfügt über bestens geordnete Vermögensverhältnisse und deckt mit dem Geschäftsgebiet nahezu das komplette Rheinhessen ab. Mit Wurzeln bis zurück ins Jahr 1860 (Worms) bzw. 1862 (Kirchheimbolanden) ist das Kreditinstitut sowohl die die älteste Genossenschaftsbank in der Pfalz als auch in Rheinhessen und somit auch in Deutschland.